Die Datenschutzbehörde Niedersachsen verzeichnete 2025 einen deutlichen Anstieg der Beschwerden: 4.022 Eingaben bedeuten ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegen die Zahlen erstmals über den bisherigen Höchstwerten aus den Corona-Jahren.

Ein interessanter Faktor: KI-Chatbots in Suchmaschinen weisen bei Datenschutzfragen mittlerweile aktiv auf Beschwerdemöglichkeiten hin und liefern gleich Textvorlagen mit. Das zeigt sich an typischen KI-Formulierungen in manchen Beschwerden. Die häufigsten Beschwerdegründe: Über 750 Fälle betrafen private Videoüberwachung, die Nachbargrundstücke erfasst. Stark zugenommen haben Beschwerden gegen Inkassounternehmen, Auskunfteien und die Wohnungswirtschaft. Neu: Erstmals gab es 20 Beschwerden gegen KI-Betreiber.

Parallel stiegen Meldungen von Datenpannen um 5 Prozent auf 1.607 und Beratungsanfragen um 20 Prozent auf 917. Hinzu kommen neue gesetzliche Aufgaben durch EU-Verordnungen zur Wahlwerbung und das Gesundheitsdatennutzungsgesetz. Die Behörde reagiert mit Digitalisierung der Beschwerdeprozesse und dem Ausbau personeller Kapazitäten, um weiterhin zeitnah helfen zu können.

Quelle: Datenschutzbeschwerden auf Rekordniveau: 70 Prozent Anstieg in Niedersachsen | Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen